IMG_1675Am Dienstag, 2. September 2014 organisierte die CVP Baar im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe “Am Puls der Bevölkerung” im Schulhaus Inwil eine Diskussion zum Thema “Herausforderung Bildung”. Unter der souveränen Leitung von Barbara Häseli diskutierten der Baarer Primarlehrer und Mitglied des Hochschulrats der Pädagogischen Hochschule Zug Urs Odermatt, die Baarer Schulpräsidentin Sylvia Binzegger und ich in meiner Funktion als Präsident der Bildungskommission aktuelle Bildungsthemen. Der Themenfächer reichte von den aktuellen Reformen über das Projekt einer Umgestaltung des 9. Schuljahres bis hin zur Diskussion über den Fremdsprachenunterricht in der Primarschule. Wie so oft bei den Pulsveranstaltungen der CVP Baar wurde die Diskussion so richtig lebendig, als auch das Publikum einbezogen wurde.

Spannend war für mich u.a. die Antwort von Urs Odermatt auf die viel diskutierten administrativen Belastungen. Er fragte zuerst nach, was denn genau mit administrativen Belastungen gemeint sei. Administrative Aufgaben wie das Verfassen von Berichten etc. seien in den letzten Jahren eher reduziert worden. Allenfalls könne die Pflicht, alle Aussagen und Einstufungen gegenüber Eltern auch dokumentieren zu können, zur Belastung werden. Für einzelne Lehrpersonen könne das zur Belastung werden, wenn sie die Dokumentationspflicht zu perfektionistisch umsetzen würden. Gut vorbereitete Elterngespräche, die auch einen schriftlichen Aufwand bedeuten, gehören für ihn jedoch zum normalen professionellen Auftrag von Lehrpersonen. Das mache er auch gerne. Hier habe sich die Schule in den letzten Jahren verbessert. Aufwändig seien jedoch die vielen Absprachen mit Kollegen und Spezialisten, die heute im Schulalltag nötig seien.

Urs Odermatt plädierte dafür, auch in der akademischen Lehrerbildung die Persönlichkeitsbildung nicht zu vernachlässigen, denn diese sei im Schulalltag nach wie vor von grosser Bedeutung. Und dann sei die Rekrutierung von genügend geeigneten Nachwuchslehrpersonen eine der grossen Herausforderungen der Lehrerbildung. Diese Feststellung war für mich ein wichtiger Grund, politisch an einer eigenen pädagogischen Hochschule festzuhalten. Ich erhoffe mir von der Nähe der PHZ zu unseren Schulen Vorteile in der Rekrutierung von Lehrertalenten. Es liegt auf der Hand, dass die öffentliche Schule im Kanton Zug auch in Zukunft über gute Rahmenbedingungen verfügen muss, damit der Beruf für junge Talente attraktiv bleibt. Denn gute Lehrpersonen sind der wichtigste Erfolgsfaktor für eine Schule, die höchsten Ansprüchen genügt.

Herausforderung Bildung – Podium in Inwil